WERNER LIEBMANN

zwischen Anteilnahme und Brüskierung

Ein anarchischer Philosoph scheint hier am Werk zu sein und ebenso ein feinsinniger Ironiker, Künstler, Grübler, Kämpfer, Narr. In Liebmanns Bildern steckt im heftigen malerischen Gestus das Sowohl als Auch, das Einerseits und Andererseits, das Wahre und das Verlogene, das scheinbar Sinnvolle und doch oft so sinnlos Erscheinende jener gnadenlos einmaligen Wegstrecke und Bewegung, die wir euphemistisch unser irdisches Dasein nennen. Der Maler schreitet diese Distanz ab, indem er sein Bildpersonal zwischen Sein und Schein, zwischen bitterem Ernst und schamloser Parodie agieren lässt. Der mit heftigem Pinselgestus vorgeführte Widerspruch zwischen Anteilnahme und Brüskierung erzeugt einen Sog, bis einem die Augen schmerzen.

(Auszug von Ingeborg Ruthe in: Ein Fegefeuer der Farben in: 50 neue Bilder Hrsg. Galerie Berlin. 2001

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Schrulligkeit



Denken, Fühlen und Handeln bekommen erst durch (Be-)Wertung ihren Sinn. Wenn man - wie in meinem Fall - die Kunst als Wertungskriterium benutzt, besteht die Gefahr, das Unsicherheiten in der Arbeit das ganze Leben ins Wanken bringen. Um das einwenig abzufedern, habe ich die Zielkonstante angepasst: Die in der Kunst erwartete "Erhabenheit" habe ich durch "Schrulligkeit" ersetzt! Dadurch ist es mir möglich, weitreichende "Sinn-, und Zusammenhangs- Philosopien" direkt mit naivem Staunen zu verbinden und einen Anspruch zu definieren, der von "überfordernd" bis "aberwitzig" reicht und ein "daneben" als Qualitätskriterium erlaubt.


Rückblick



Burgfrieden-Rot, Museum Villa Rot, "WaldWolfWildnis" 2020




Berlin, Uferhallen, "OutNow" 2021
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Video der ARD
ARD - 1993: Dokumentation

Werner Liebmann








In Königsthal (Thüringen) geboren,
Chemiestudium an der Martin-Luther-Universität in Halle,
Arbeit als Diplomchemiker,
Studium der Malerei an der Hochschule für Kunst und Design Halle,
danach freischaffend tätig,
Meisterschüler bei Bernhard Heisig an der HfBK Leipzig,
Lehrer an der Hochschule für Bildende Künste Dresden,
Professor für Malerei an der HfBK Dresden,
Professor für Malerei an der Kunsthochschule Berlin Weißensee,
Seit 2017 freischaffend tätig

Werner Liebmann

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