Werner Liebmann hat die Exerzitien eines Außenseiters früh erlernt – den Schalk im Blick, den Auf- und Abschwung mentaler Sinuskurven zwischen Melancholie und Aktionismus im Erfahrungsgepäck, letztlich auch die Routinen einer erprobten Distanz zur Macht der Masse mit ihren tumben Ritualen. Diese Abkoppelung von den Normen der heilen Welt geschah bereits in der Kindheit und Jugend, verursacht durch stete Positionswechsel und Umzüge seiner Eltern, die ihm eine sesshafte Ankunft im eigenen Leben zunächst unmöglich machten. Auf der Habenseite dieser Erfahrung erschien die hochentwickelte Gabe genauer, konzentriertester Weltwahrnehmung, Grundlage für jedweden auf Eigensinn ausgerichteten Lebensentwurf. Als Werner Liebmann im Alter von 22 Jahren, beim bald darauf verworfenen Studium der Chemie das erste Mal in lebensverändernde Berührung mit der Kunst kam, trat bald schon die Liebe zum Unverstellten und Grotesken hinzu. Diese ist bis heute, nunmehr fast 50 Jahre später, ein treuer Begleiter an seiner Seite geblieben, wie etwa die unverhohlene Reverenz an solche Antihelden wie Don Quichotte belegt („Der stille Don“, 2017).







