WERNER LIEBMANN




Ich hab so Sehnsucht nach schwarzem Wald und kleinen grünen Bäumen

Dies ist ein verborgener Text der nur dafür da ist, das drei Spalten dargestellt werden drin lassen Wahrscheinlich muss ich hier sogar noch bisschen schreiben, damit es auch ausreicht

Text für eine Grafikmappe, dort handschriftlich in die Lithografie übertragen.


#1 Da steht er nun, da ist er ja der Bub, der Herr, Ei trallala. Das was nun folgt hat er getan um ihn herum ist nichts.

#2 Hier dreht sich mit der schönen Welt der beste aller Sterne, der Herr von Oben, (von Blatt1) der hat sie richtig gerne. Wird IHM doch schließlich nachgesagt , dass er sie selber machte, am Tag, gleich nach der Dunkelheit wobei es mächtig krachte. Da behauptet mancher wirre Kopf den Knall als Beginn der Geschichte und dass außer Licht und ein bisschen Wind nichts weiter da sei was richte. Der Körper, von dem aus wir alles seh´n braucht als Übergangsform noch das Leben, er gebirt den Verstand und entwirft das GERÄT um ihm das Denken zu geben. Da treibt der Schweiß einen Schrei heraus nach erbarmen blabbert das Klagen:“oh Herr, dass Du der Schöpfer seiest, heut wie an allen Tagen“.

#3 Der Herr indes „schöpft“ ungerührt, gemessen und ohne Eile , sein zweites Ich, sein Spiegelbild aus Ehrgeiz und Langeweile. Er will partout den tollen Satz „Seid fruchtbar und mehret Euch“ sagen, das heißt aber auch - das wird Ihm jetzt klar: eine Neukonstruktion zu wagen. Was andres als „Ich“ und trotzdem echt: als Original nur die Rippe, so formt er den Leib und nennt ihn: das Weib, mit freudig zitternder Lippe. Du siehst hier, wie er sich‘s gedacht, das Weib mit lieben Tieren [Bl.3]. Doch als die Arbeit dann vollbracht, muß er sich revidieren. Schäfchen sind´s, man sieht es nun, so fromm und auch so niedlich.
Als er sieht, dass eins schwarz ist, das andere weiß, ballt der Schreck im Halse den Kloß, er ruft noch: so war es doch nicht gemeint und er weiß doch der Streit geht nun los: Gezeter gibt´s nun um den höheren Sinn und welches ist das rechte“: die Botschaft bläht den Mutterschoß: „eins werde Herr dem Knechte.“

#4 Dann geht´s wie im Gesangsverein: Schafft Völker gegen Leere, in einer Samstagabend-Nacht entstehen ganze Heere. Die sind sich alle völlig gleich, von einheitlichem Wesen, nur außen sehn sie anders aus, wie´s schon beim Schaf gewesen.
#5 Der Gleichschritt stampft das karge Gras, es hat ein Marsch begonnen. Wie Schierling füllt das klare Glas das denken der Kolonnen. Heil, Sieg, und Holliadrio, mit von Wahrheit brabbelnden Lippen, gepeitscht vom Geruch der Mutter Schoß, rollen die dürstenden Horden los um sich für den zu schlagen den sie als Einzigen erkannt, und UN-Heil plagt den Magen. Und wenn die Nacht die Gedanken spaltet, wenn Angst die Gedärme belüftet, zieht Wehmut ein ins große Herz, von schmerzvollen Wunden zerklüftet.
Bald liegt die Hoffnung im Chorgesang; in der Pickelgekrönten Haube: Einheitsdrang macht den finstersten Specht zur friedens-lieb-weißlichen Taube. Refrain: So sei´s denn, dass ich den Tumben zwing, zu denken, was ich glaube.

#6 Doch das Gewirr im Glaubenskampf lässt den Zweck allen Schreitens vergessen, bald schmerzt das Knie bald knurrt der Bauch; die Gedärme verlangen nach fressen.
Was hungrig beieinander steht hat das Denken zum Unsinn geballt und findet jedes Gleichmaß schön: Ein Heer, wie die Bäume im Wald. Sie stehen jetzt in Reih und Glied, geordnet zu weiterem Marsch; sie wollen Bewegung, man glaubt an den Sieg und man weiß, dass er kommt: der Krieg. Es folgt eine Schlacht nach den Regeln der Kunst, ein Gemetzel der hohen Schule, der Stich in das Herz der Schlag auf das Kinn der Blutfleck auf weißem Stuhle. Nimm mit was Du kannst, ist alles jetzt Dein, nun weißt Du: Dein Gott war der rechte und sollte in dir noch ein Zweifel sein, Beweis dass Du Herr bist und knechte.

#7 Nimm das Fette, das Weiße, vergaß nicht den Talg, nimm Erz und die scharfe Schere, und trage zusammen die Insignien der Macht, verlass dann die düstere Leere im Land der Besiegen und bring alles heim in Deine göttliche Halle und singe ein Loblied beim Fackelschein und strecke empor Deine Kralle. Der Ballen aus Wissen und Erz und Macht knackt berstend von Energie. Ein Schrei entlädt sich in feuchtgrüne Nacht , doch ein Echo gibt es nie. Auch kommt keine Hilfe vom fremden Gott, kein „ANTI“ kann Ausgleich erreichen: Du bist nun der Herr, alles ist Dein; nur von dir kann es kommen, das Zeichen. Schon braust der Sturm auf, mit berstender Kraft, ein Blitz knallt auf silbrige Fläche. Das Tier legt sich nieder zu ewigen Schrei und Du weißt, bald ist alles vorbei. Nur Schweben bleibt im leeren Raum, kein Zusammenhang lässt sich mehr finden. Kein Sinn fügt des Blatt an den leeren Baum und nichts ist zu überwinden. Wir sehen zu seit dem ersten Blatt und hatten nichts weiter zu tun, was weiß ich denn wie es weitergeht, wir sind bei der Frage: „Was nun? „

#8 Es weht ein Blatt im Wind.